{"id":258,"date":"2016-07-24T09:42:22","date_gmt":"2016-07-24T09:42:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/?p=258"},"modified":"2017-01-16T13:01:16","modified_gmt":"2017-01-16T13:01:16","slug":"die-preussische-buergermeisterei-alsdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/?p=258","title":{"rendered":"Die preu\u00dfische B\u00fcrgermeisterei Alsdorf"},"content":{"rendered":"<p>Jour fixe des Alsdorfer Geschichtsvereins erinnert an die Errichtung vor 200 Jahren (24.4.1816)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-259\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-01-420x317.jpg\" alt=\"preu-buerg-alsd-01\" width=\"420\" height=\"317\" srcset=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-01-420x317.jpg 420w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-01-744x561.jpg 744w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-01-1200x905.jpg 1200w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-01.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein blaues Tuch, das den gro\u00dfen Arbeitstisch des Kaminzimmers der Burg vollst\u00e4ndig abdeckte, verh\u00fcllte die Dokumente, Akten und Urkunden, die Archivar Eberhard Malecha aus dem Bestand des Archivs des Alsdorfer Geschichtsvereins anl\u00e4\u00dflich des 200. Jahrestages der Erhebung Alsdorfs zur (preu\u00dfischen) B\u00fcrgermeisterei zur Alsdorfer Geschichte vorstellen wollte.<\/p>\n<p>In einem kurzen und pr\u00e4zisen Vortrag gab Eberhard Malecha einen \u00dcberblick \u00fcber die Alsdorfer Geschichte seit der Errichtung der B\u00fcrgermeisterei im Jahr 1816 anhand der \u201eSch\u00e4tze\u201c aus dem Archiv. Alsdorf entwickelte sich ab dieser Zeit von einer Landgemeinde mit ca. 950 Einwohnern zu einer Industriestadt mit heute \u00fcber 46.000 Einwohnern. Wichtige Schritte auf diesem Weg waren die Gr\u00fcndung der Zeche Anna, die Gr\u00fcndung einer h\u00f6heren Schule und die Eingemeindung u.a. von Schaufenberg und Bettendorf. Er begann mit der franz\u00f6sischen Revolution.<\/p>\n<p>Der Einmarsch franz\u00f6sischer Revolutionstruppen beendete im Dezember 1792 die \u00c4ra der Freien Grundherrschaft in Alsdorf, die seit 1650 von den Freiherrn von Blanckart gepr\u00e4gt war. Alsdorf erhielt den Status einer franz\u00f6sischen Mairie (B\u00fcrgermeisterei). Die franz\u00f6sische Besatzung endete erst im Jahr 1814 mit der Flucht der franz\u00f6sischen Truppen vor der heranr\u00fcckenden russischen Armee. Auf dem Wiener Kongre\u00df (18.09.1814-09.06.1815) wurde die Neuordnung der ehemals durch die Franzosen besetzten Gebiete geregelt. Die Rheinprovinz sollte preu\u00dfisch werden, was durch den Sieg bei Waterloo (18.6.1815) sichergestellt wurde.<\/p>\n<p>Die Rheinlande wurden in zwei preu\u00dfische Provinzen und sechs Regierungsbezirke eingeteilt, der Regierungsbezirk Aachen umfa\u00dfte die Landkreise Aachen und Monschau. Alsdorf wurde am 24. April 1816 mit dem Status einer B\u00fcrgermeisterei preu\u00dfische Landgemeinde. Erster B\u00fcrgermeister war Peter Joseph Hennes mit einer Amtszeit von 30 Jahren, die nur von Theodor von Blanckart (1855-1881) und Richard Becker (1895-1933) \u00fcbertroffen wurde.<\/p>\n<p>Die \u00e4ltesten Originaldokumente des Archivs aus den Anf\u00e4ngen der preu\u00dfischen B\u00fcrgermeisterei sind die Heirats- und Sterbeurkunden ab dem Jahr 1815. Die F\u00fchrung der Personenstands- und Sterberegister war nunmehr Aufgabe der preu\u00dfischen Landgemeinde und ihres B\u00fcrgermeisters, der diese Amtsgesch\u00e4fte in seinem Haus in Alsdorf Zopp f\u00fchrte und daf\u00fcr eine Mietentsch\u00e4digung aus der Gemeindekasse erhielt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Jahr 1844 kann das Archiv das \u201e<strong>Budget der B\u00fcrgermeisterei Alsdorf\u201c<\/strong> pr\u00e4sentieren. Ein zeithistorisches Dokument, das einen spannenden Einblick in die damalige Finanzverfassung der B\u00fcrgermeisterei Alsdorf gibt (Einwohnerangaben, Viehbestand, Nutzung der Gemeindewiese, Umlage Grundsteuern sowie Schulangelegenheiten\/ Schulgelderhebungsliste).<\/p>\n<p>Die drei vorhandenen und repr\u00e4sentativ in Leder gebundenen \u201e<strong>Protokollb\u00fccher und Sitzungsberichte des Gemeindesrats<\/strong>\u201c der \u00a0Jahre 1875-1900, 1901-1914, 1914-1918 sind die zentralen Dokumente f\u00fcr die Geschichte Alsdorfs in der preu\u00dfischen Kaiserzeit.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzende Akten wie der Aktenband \u201e<strong>Haupt-Akten: Verkehr auf \u00f6ffentl. Stra\u00dfen u. Pl\u00e4tzen<\/strong>\u201c pr\u00e4sentieren die Entwicklung von Verkehr und Infrastruktur f\u00fcr die Zeit von1840 bis 1916, die \u201e<strong>ACTA-specialia betreffend Gemeinde Jagden und Frevel<\/strong>\u201c (Laufzeit 1840-1896) neben dem Jagdwesen ein zusammenh\u00e4ngendes Flurverzeichnis der Baronie von Blanckart in Alsdorf. Die \u201e<strong>Hauptakten-Akten: Ansteckende Krankheiten<\/strong>\u201c gibt beispielsweise Auskunft \u00fcber die Verbreitung von Typhus in Alsdorf.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Band \u201e<strong>Sonder-Akten: Gemeinde-Archiv<\/strong>\u201c Informationen zu Bev\u00f6lkerung, Geburten, Eheschlie\u00dfungen und Sterbef\u00e4lle, Gemeindeverordnete, Steuer-\/Finanzangaben sowie Gemeindeverm\u00f6gen, Wasserwerk, Schulen und wirtschaftliche Verh\u00e4ltnisse, Armensachen\/ Wohlt\u00e4tigkeit, Milit\u00e4rangelegenheiten\/ Ungl\u00fccke, Friedhof- u. Beerdigungsangelegenheiten\/ Bauten f\u00fcr die Jahre 1911-1926\u201c enth\u00e4lt, reicht der Band \u201e<strong>Allgemeine-Akten: Gemeinde-Verordnete\u201c<\/strong> \u00a0Laufzeit:1865-1935 bis in die Zeit des Dritten Reiches und enth\u00e4lt Angaben zur Durchf\u00fchrung von Gemeindewahlen bis hin zu den Reichstagswahlen von 1933. Dazu findet sich ein aufschlu\u00dfreiches Schreiben des damaligen preu\u00dfischen Innenministers und sp\u00e4ter als Kriegsverbrecher verurteilten Nationalsozialisten Hermann G\u00f6ring \u00fcber die Durchf\u00fchrung der Wahlen von 1933. Archivar Malecha betonte die Wichtigkeit der Kenntnis solcher Dokumente in der Auseinandersetzung mit rechter Bauernf\u00e4ngerei.<\/p>\n<p>Der Vortrag schlo\u00df mit der Erhebung Alsdorfs zur Stadt. Die diesbez\u00fcgliche \u201eUrkunde\u201c vom Januar 1950 war optisch eine Entt\u00e4uschung: Die f\u00fcr Alsdorf so wichtige und bedeutsame Verleihung der Stadtrechte durch den damaligen Innenminister Dr. Menzel erfolgte durch ein einfaches, mit Schreibmaschine geschriebenes, einseitiges DIN A4-Schreiben. Nachdem der Vortrag den \u201eAppetit\u201c auf die Urkunden angeregt hatte, wurde das blaue Tuch gel\u00fcftet und die \u201eSch\u00e4tze\u201c zum Studium \u00a0freigegeben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-260\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-02-420x309.jpg\" alt=\"preu-buerg-alsd-02\" width=\"420\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-02-420x309.jpg 420w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-02-744x547.jpg 744w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-02-1200x882.jpg 1200w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-02-220x162.jpg 220w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/preu-buerg-alsd-02.jpg 1230w\" sizes=\"auto, (max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Anschlu\u00df an den Vortrag nahmen die begeisterten Zuh\u00f6rer gerne die Gelegenheit wahr, ausgiebig in dem sonst unter Verschlu\u00df gehaltenen Archivgut zu bl\u00e4ttern und sich ein eigenes Bild jener Zeit zu machen, was bei den in altdeutscher Schrift verfa\u00dften Dokumenten nicht ganz einfach war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturempfehlung zur Vertiefung:<\/strong><br \/>\nDr. Karl Boventer: Die Alsdorfer B\u00fcrgermeister der preu\u00dfischen Zeit, <strong>Jahresbl\u00e4tter des Alsdorfer Geschichtsvereins 1990<\/strong>, erh\u00e4ltlich im Archiv des Alsdorfer Geschichtsvereins e.V.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jour fixe des Alsdorfer Geschichtsvereins erinnert an die Errichtung vor 200 Jahren (24.4.1816) Ein blaues Tuch, das den gro\u00dfen Arbeitstisch des Kaminzimmers der Burg vollst\u00e4ndig abdeckte, verh\u00fcllte die Dokumente, Akten und Urkunden, die Archivar Eberhard Malecha aus dem Bestand des Archivs des Alsdorfer Geschichtsvereins anl\u00e4\u00dflich des 200. 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