{"id":37,"date":"2015-01-31T13:55:42","date_gmt":"2015-01-31T13:55:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/?p=37"},"modified":"2015-10-22T08:11:45","modified_gmt":"2015-10-22T08:11:45","slug":"das-wappen-der-stadt-alsdorf-und-der-ehemaligen-gemeinde-hoengen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/?p=37","title":{"rendered":"Das Wappen der Stadt Alsdorf (und der ehemaligen Gemeinde Hoengen)"},"content":{"rendered":"<p>Von Rudolf Bast<\/p>\n<p>In &#8222;Alsdorf, Geschichte einer Stadt&#8220; von Albert Kraemer, 1971 unter Mitwirkung von Rudolf Bast neu bearbeitet von Friedrich Schmitz ist auf Seite 9 ff. folgendes ausgef\u00fchrt:<\/p>\n<p><em>\u201cDie Geschichte Alsdorfs stellt sich in zwei Str\u00e4ngen dar: einmal ist es die Familiengeschichte der Geschlechter auf der Burg Alsdorf, zum anderen ist es die Geschichte der Dorfgemeinschaft. Die adeligen Burgherren besa\u00dfen von jeher Familienwappen. Die Gemeinde aber war ohne \u00e4u\u00dferes Kennzeichen. Lediglich die Sch\u00f6ffen f\u00fchrten ein Siegel. Dieses zeigt einen stehenden Bischof mit Chormantel, Mitra und Heiligenschein, den Krummstab in der rechten, ein Buch in der linken Hand. Die Umschrift lautet: SIGILLUM JUDICY IN ALSTORFF. Der dargestellte Bischof kann der heilige Willibrord sein, der in unserer Heimat als Missionar wirkte. Als Alsdorf in der Franzosenzeit zu einer selbst\u00e4ndigen Gemeinde und rechtlich unabh\u00e4ngig vom Burgherrn wurde, verloren Herrschaftswappen und Sch\u00f6ffensiegel ihre Bedeutung. Der Stempel zeigte von nun an das Symbol des Staates. Erst in den drei\u00dfiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde es \u00fcblich, dass Landgemeinden sich ihre Wappen zulegten. Man gab einem Heraldiker, einem Wappenzeichner, den Auftrag, ein solches Gebilde zu entwerfen. Meist st\u00fctzte sich dabei der Zeichner auf alte Siegel, die mit der Geschichte der Gemeinde zusammenhingen. Wie f\u00fcr viele Orte in unserer Nachbarschaft konstruierte der D\u00fcsseldorfer Heraldiker Wolfgang Pagenstecher auch f\u00fcr Alsdorf ein Wappen. Am 14. August 1936 erhielt unsere Stadt, damals noch Landgemeinde, vom Oberpr\u00e4sidenten der Rheinprovinz das Recht zur F\u00fchrung eines Gemeindesiegels- und Wappens.\u201c<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_38\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/alsdorf_wappen_transbg.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-38\" class=\" wp-image-38\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/alsdorf_wappen_transbg.gif\" alt=\"Das Wappen der Stadt Alsdorf\" width=\"250\" height=\"271\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-38\" class=\"wp-caption-text\">Das Wappen der Stadt Alsdorf<\/p><\/div>\n<p>Die beiden gro\u00dfen Kommunen, die mit kleineren Gebietsteilen anderer Gemeinden 1972 zur neuen Stadt Alsdorf vereinigt wurden, f\u00fchrten ein Wappen.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich sind Wappen Erkennungszeichen auf den Schilden, mit denen sich mittelalterliche K\u00e4mpfer sch\u00fctzten. So konnte man Freund und Feind unterscheiden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Wappenkunde (Heraldik), die bestimmte Regeln vorschrieb. So ist rechts und links immer vom Tr\u00e4ger, nicht vom Betrachter aus gesehen. Die heraldischen Zeichen mussten auch aus der Ferne deutlich erkennbar sein, und mit den Farben wei\u00df und gelb sind die Metalle Silber und Gold gemeint. Heute sind Wappen auch Abzeichen politischer Gemeinwesen.<\/p>\n<p>Pagenstecher entwickelte das Gemeindewappen nicht aus dem alten Sch\u00f6ffensiegel, sondern er nahm als Vorlage das Siegel eines Goswin von Ailstorp, den er f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr einen Herrn von Alsdorf hielt. Dieses Goswinsche Siegel hat die Struktur des heutigen Alsdorfer Stadtwappens; denn es zeigt oberhalb des Balkens zwei, unterhalb einen L\u00f6wen. Den rechten oberen L\u00f6wen ersetzte Pagenstecher durch Schl\u00e4gel und Eisen, weil er so zeigen wollte, dass Alsdorf eine Bergbaugemeinde geworden war. Allerdings unterlief ihm auch hier ein Fehler, weil beim Schl\u00e4gel der Stiel nicht herausschauen darf, da er auf den Steil getrieben wird.<\/p>\n<p>Aus dem unklaren Gebilde im Balken machte Pagenstecher ein Seerosenblatt, um auf die Tatsache anzuspielen, dass die Alsdorfer Burg eine Wasserburg war, wie der teilweise erhaltene Wassergarten noch heute sichtbar macht.<\/p>\n<p>Als Farben w\u00e4hlte der Heraldiker blau und gelb (gold) in der Annahme, dass es sich um die alten Limburgischen Farben handele. Limburg aber f\u00fchrt rot und wei\u00df (silber). Das Limburger Wappen ist sowohl im Hinblick auf das Wappentier, als auch im Hinblick auf die Farben vom Geschichtsverein f\u00fcr sein Kennzeichen aufgegriffen worden.<\/p>\n<p>Blau und gelb (gold) sind die Farben des Herzogtums J\u00fclich, zu dem weite Teile der heutigen Stadt Alsdorf geh\u00f6rten. Pagenstecher konnte zwar noch nichts von der kommunalen Neugliederung von 1972 ahnen, aber er hat Farben gew\u00e4hlt, die treffender nicht sein konnten im Hinblick auf die Vereinigung ehemals Limburgischer und ehemals J\u00fclicher Landesteile. So k\u00f6nnen sich die J\u00fclicher Gebietsteile in der Farben des Alsdorfer Stadtwappens repr\u00e4sentiert f\u00fchlen.<\/p>\n<div id=\"attachment_39\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/hoengen_wappen_transbg.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-39\" class=\" wp-image-39\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/hoengen_wappen_transbg.gif\" alt=\"Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Hoengen\" width=\"250\" height=\"284\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-39\" class=\"wp-caption-text\">Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Hoengen<\/p><\/div>\n<p>Auch die ehemalige Gemeinde Hoengen f\u00fchrte ein Wappen. Es ist recht vielgestaltig, denn es vereinigt im Grunde drei Wappen in sich.<br \/>\nDas Hauptwappen zeigt einen wei\u00dfen (silbernen) L\u00f6wen. Er blickt nach rechts; seine Zunge ist rot und sein Schwanz besitzt nur eine Quaste. Er steht vor blauem Hintergrund auf zwei gegeneinander gelehnten Schilden.<br \/>\nDiese Schilde zeigen im Grunde ihrerseits Wappen. Auf dem rechten steht in gr\u00fcnem Boden eine rote Linde mit gr\u00fcnen Bl\u00e4ttern vor wei\u00dfem (silbernem) Hintergrund.<br \/>\nAuf dem linken befinden sich drei rote Pf\u00e4hle auf wei\u00dfem (silbernem) Feld. Belegt ist dieser Schild mit einer gelben (goldenen) Schr\u00e4gierung. Beide Teile tragen einen schwarzen Leopardenkopf in Sicht mit wei\u00dfen (silbernen) Augen und roter Zunge.<\/p>\n<p>Der L\u00f6we des Hauptwappens ist der J\u00fclicher L\u00f6we; denn diesem Herzogtum geh\u00f6rte Hoengen an. Allerdings sind die Farben abge\u00e4ndert. Der zur Gemeinde Hoengen geh\u00f6rige alte Ortsteil Warden bestand aus zwei Unterherrschaften. Sie waren zuletzt im Besitz der Adelsfamilien von Collenbach und von F\u00fcrth, deren Herrschaft mit dem Beginn der franz\u00f6sischen Zeit nach der zweiten Schlacht von Aldenhoven (1794) zu Ende ging. Das Baumwappen ist das der Familie von Collenbach, das andere dasjenige des Freiherrengeschlechts von F\u00fcrth.<\/p>\n<p>(Quelle: &#8222;Heimatbl\u00e4tter des Landkreises Aachen&#8220; Heft 1, 14. Jahrgang (1958), S. 10)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Rudolf Bast In &#8222;Alsdorf, Geschichte einer Stadt&#8220; von Albert Kraemer, 1971 unter Mitwirkung von Rudolf Bast neu bearbeitet von Friedrich Schmitz ist auf Seite 9 ff. folgendes ausgef\u00fchrt: \u201cDie Geschichte Alsdorfs stellt sich in zwei Str\u00e4ngen dar: einmal ist es die Familiengeschichte der Geschlechter auf der Burg Alsdorf, zum anderen ist es die Geschichte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":38,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-37","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-heraldik","has_thumb"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":41,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37\/revisions\/41"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/38"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}