{"id":785,"date":"2025-08-31T19:14:29","date_gmt":"2025-08-31T17:14:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/?p=785"},"modified":"2025-09-01T21:04:13","modified_gmt":"2025-09-01T19:04:13","slug":"exkursion-altenburg-hambach-und-juelich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/?p=785","title":{"rendered":"Exkursion Altenburg, Hambach und J\u00fclich"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Exkursion J\u00fclich: Motte Altenburg, Schloss Hambach und Zitadelle J\u00fclich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Samstag, 19. Juli 2025, 15.00 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz Temparaturen von 30 Grad fand sich eine kleine begeisterte Gruppe von Burgenfans \u2013 angereist mit privaten PKW &#8211; zur F\u00fchrung mit Guido von B\u00fcren in Erg\u00e4nzung zu seinem Vortrag<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Burgen am Ende des Mittelalters: Die Baugestalt im Spannungsfeld von Residenz &amp; Wehrfunktion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>vor dem Alsdorfer Geschichtsverein am 27. Juni 2025.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgangspunkt war die<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>1. Motte Altenburg<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als&nbsp;Motte wird die typische, fr\u00fchmittelalterliche Turmh\u00fcgelburg bezeichnet. Mit dem aus dem Franz\u00f6sischen stammende Wort&nbsp; &#8211; <em>motte<\/em>&nbsp;(frz.: \u201eKlumpen\u201c, \u201eErdsode\u201c) \u2013 ist dabei der charakteristische Erdh\u00fcgel gemeint. Die Motte ist eine sogenannte, im Flachland belegene Niederungsburg, typischerweise bestehend aus einem k\u00fcnstlich angelegten Erdh\u00fcgel mit Wassergraben und Turmbau.<br \/><br \/><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_1A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"926\" height=\"448\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_1A.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-787\" srcset=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_1A.jpg 926w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_1A-744x360.jpg 744w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_1A-420x203.jpg 420w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_1A-768x372.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 926px) 100vw, 926px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>\u00dcber 3.000 Motten sind deutschlandweit kartiert, aber nicht mehr als 0,5% erforscht. Das gilt auch f\u00fcr die Altenburg. So werden die Erkenntnisse von Herrnbrodt, der die Motte \u201eHusterknupp\u201c bei Frimmersdorf vor der Abbagerung ergrub und erforschte, einfach auf andere Motten \u00fcbertagen wie die Alteburg. Diese war vermutlich Sitz der Grafen von J\u00fclich. Der seit der R\u00f6merzeit bestehende Ort J\u00fclich selbst war unter K\u00f6lner Hoheit. Belegen an einer Verengung der sonst weit m\u00e4andernden Rur, war hier der relativ sichere Bau einer Br\u00fccke m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Wasserkraft der Rur nutzen zu k\u00f6nnen, mu\u00dften zahlreiche Teiche errichtet werden, Teiche im Sinne von Deiche. Da die Rur stark m\u00e4anderte und ihren Verlauf verengte, wurden Orte und Anlagen deshalb abseits von Fluss angelegt und konnten dank der Teiche den Wasserzufluss kontrollieren und nutzen. Unter diesem Aspekt erfolgte deine Ausdehnung der J\u00fclicher Grafen entlang der Rur bis&nbsp; Nideggen, so konnten die J\u00fclicher der Stadt D\u00fcren das Wasser \u201eabgraben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herren von M\u00fcllenarck, K\u00f6lner Erzbischof<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1234 nimmt der Graf von J\u00fclich den Port J\u00fclich und wagt die Fehde mit K\u00f6ln, das allerdings die Altenburg zerst\u00f6rt und J\u00fclich zur\u00fcckerobert. Die Motte Altenburg wird nicht wieder aufgebaut, die Grafen von J\u00fclich errichten Burg Nideggen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>2. Schloss (Lusthaus) Hambach (Niederzier, Schlossstra\u00dfe 117)<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_2A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"851\" height=\"662\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_2A.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-788\" srcset=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_2A.jpg 851w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_2A-744x579.jpg 744w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_2A-420x327.jpg 420w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_2A-768x597.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 851px) 100vw, 851px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Das heutige Schloss wurde an der Stelle einer bereits 1280 durch den Grafen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walram_(J%C3%BClich)\">Walram von J\u00fclich<\/a>&nbsp;erbaut wurde und im Dezember 1512 infolge einer Pulverexplosion niederbrannte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen 1558 und 1565 wurde es dann von Alessandro Pasqualini und seinem Sohn Maximo im Auftrag Herzog&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_(J%C3%BClich-Kleve-Berg)\">Wilhelms&nbsp;V.<\/a>&nbsp;von&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vereinigte_Herzogt%C3%BCmer_J%C3%BClich-Kleve-Berg\">J\u00fclich-Kleve-Berg<\/a>&nbsp;als rechteckige Vierfl\u00fcgelanlage mit vier Eckt\u00fcrmen u einem repr\u00e4sentativen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Renaissance\">Renaissanceschloss<\/a>&nbsp;ausgebaut &#8211; in Form einer rechteckigen Vierfl\u00fcgelanlage mit vier Eckt\u00fcrmen. Diese Anlage \u2013 mitten am sogenannten B\u00fcrgewald\u201c gelegen &#8211; nutzte Wilhelm V. als Veranstaltungsort glanzvoller Jagdgesellschaften.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Heiliger-ArnoldA.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"174\" height=\"218\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Heiliger-ArnoldA.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-789\" style=\"width:180px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Exkurs: Der B\u00fcrgewald, der Hambacher Forst \u2013 der Wald des hl. Arnold&nbsp;<\/strong><br \/><br \/>Der B\u00fcrgewald ist ein Waldgebiet n\u00f6rdlich von D\u00fcren zwischen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rur\">Rur<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erft\">Erft<\/a>, im Bereich des heutigen&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tagebau_Hambach\">Braunkohlentagebaus Hambach<\/a>. Dieser war ein gro\u00dfer Restwald des bis zum fr\u00fchen Mittelalter die gesamte&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%BClich-Z%C3%BClpicher_B%C3%B6rde\">J\u00fclich-Z\u00fclpicher B\u00f6rde<\/a>&nbsp;bedeckenden&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prim%C3%A4rwald\">Urwaldes<\/a>. Der heutige B\u00fcrgewald spielt eine zentrale Rolle in der Legende des heiligen Arnold:<\/p>\n\n\n\n<p>Als Karl der Gro\u00dfe mit seinem Gefolge im B\u00fcrgewald zur Jagd ging, stie\u00df Arnold dazu. Arnold war Musiker (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Harfe\">Harfenspieler<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesang\">S\u00e4nger<\/a>) am Hof Karl des Gro\u00dfen gewesen und hatte sich als Einsiedler nach Ginnizweiler (dem sp\u00e4teren Arnoldsweiler) zur\u00fcckgezogen. Ihn bewegte die gro\u00dfe Armut der Dorfbewohner, die sich dar\u00fcber beklagten, dass der Wald k\u00f6nigliches Eigentum sei und sie deshalb nicht wagten, etwas Brenholz vom Waldboden aufzuheben. Als K\u00f6nig Karl w\u00e4hrend dieser Jagd bei der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%C3%B6nigspfalz\">K\u00f6nigspfalz<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%BCren\">D\u00fcren<\/a>&nbsp;rastete, um Gastmahl zu halten, bat Arnold darum, der Frankenherrscher m\u00f6ge ihm soviel von dem Wald schenken, wie er w\u00e4hrend der Dauer des Mahls umreiten w\u00fcrde. Diese Bitte gew\u00e4hrte der gut gelaunte Kaiser gerne, ohne mit der Listigkeit Arnolds zu rechnen. Arnold hatte bereits zuvor in den D\u00f6rfern rund um den Wald frische Pferde bereitstellen lassen, um schneller voranzukommen. So gelang es im Staffelritt, ein gro\u00dfes Gebiet des damals noch fast vollst\u00e4ndig von Wald bedeckten Landes zu umreiten, noch bevor das Mahl vor\u00fcber war. Karl der Gro\u00dfe war Arnold wohlgesinnt und nahm ihm die List nicht \u00fcbel. Arnold verschenkte den Wald weiter an die umliegenden D\u00f6rfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Jahrhundertelang konnte das Waldgebiet von bis zu 49 angrenzenden Ortschaften genutzt werden. Das sehr fruchtbare Gebiet in dieser Gegend wurde ansonsten seit der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karolinger\">Karolingischen Zeit<\/a>&nbsp;gerodet und in Agrarland umgewandelt, w\u00e4hrend der B\u00fcrgewald erhalten blieb \u2013 bis zur fast vollst\u00e4ndigen Zerst\u00f6rung durch den Braunkohleabbau. So wird aus dem hl. Arnold als barmherzigen Helfer der Armen auch ein Schutzpatron des Umwelschutzes und H\u00fcter des Waldes.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_3A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"565\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_3A-1200x565.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-791\" srcset=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_3A-1200x565.jpg 1200w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_3A-744x351.jpg 744w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_3A-420x198.jpg 420w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_3A-768x362.jpg 768w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_3A.jpg 1301w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Mit der Legende in Verbindung steht der&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arnold_von_Arnoldsweiler#B%C3%BCrgewaldgemeinden_und_Wachszins\">Wachszins der B\u00fcrgewaldgemeinden<\/a>, der von den den Wald umliegenden D\u00f6rfern viele Jahrhunderte lang einmal im Jahr an das Grab Arnolds gebracht wurde. Der hl. Arnold, dessen Fest am 18. Juli gefeiert wird, wird auch heute noch im Rahmen einer Wallfahrtswoche, die j\u00e4hrlich um den 18. Juli herum gefeiert wird. Vergleiche:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bistum-aachen.de\/pilgern\/pilgerorte-region\/arnoldsweiler\/\">Arnoldsweiler<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.heiligenlexikon.de\/BiographienA\/Arnold_von_Arnoldsweiler.html\">Arnold von Arnoldsweiler &#8211; \u00d6kumenisches Heiligenlexikon<\/a>;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arnold_von_Arnoldsweiler\">Arnold von Arnoldsweiler \u2013 Wikipedia<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.st-lukas.org\/aktuelles\/arnoldusoktav-in-arnoldsweiler\/\">Arnoldusoktav in Arnoldsweiler &#8211; Pfarre St. Lukas D\u00fcren<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bistum-aachen.de\/region-dueren-eifel\/aktuell\/veranstaltungen\/veranstaltung\/Wachszins-Fahrradwallfahrt-nach-Arnoldsweiler-2025.06.09\/?instancedate=1749420000000\">\u201eWachszins-Fahrradwallfahrt\u201c nach Arnoldsweiler &#8211; Montag 09.06.25, 00:00<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eklat auf Schloss Hambach<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Schloss Hambach versuchte Herzog Wilhelm V. 1576 vergeblich, seine beiden noch unverheirateten, von seiner Schwester Amalia protestantisch erzogenen T\u00f6chter Magdalena und Sybille auf kaiserliche Ermahnung hin von den Vorz\u00fcgen des katholischen Glaubens zu \u00fcberzeugen. Wilhelms V. Schwester Amalia war im Gegensatz zu ihrer beider&nbsp; Schwester Anna, die vor\u00fcbergehend mit Heinrich VIII. von Enlgand verheiratet gewesen, war (und dies \u00fcberlebt hatte!), unverheiratet am J\u00fclicher Hof geblieben. Ihr Portrait von Holbein war nicht so vorteilhaft wie das ihrer Schwester Anna. Amalia war es, die den Zorn ihres Bruders wegen der protestantischen Neigungen seiner T\u00f6chter auf sich zog.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNachdem derselben Schwester ichtwas dagegen reden wollen seind ire f\u00fcrstliche Gnaden derma\u00dfen entrust, das dieselbe die schwester zu hambach auf dem Schlo\u00df \u00fcber die gallereyen gejagt mit einem blossen rapier (Fechtdegen) also da nicht ein guter mann inen beiden ein thur zugeschlagen, hetten ire f\u00fcrstliche Gnaden die Schwester erstochen.\u201c So berichtete der d\u00e4nische Gesandte in seine Heimat,<\/p>\n\n\n\n<p>vgl. Christine Maes: Adelige Frauen in der Renaissance auf der Suche nach Freundschaft und Liebe. Die T\u00f6chter Herzog Wilhelms V. von J\u00fclich Kleve-Berg im Briefwechsel mit Margaretha von der Mark,&nbsp; Goch 2016, 16. Fortsetzung der Religionskonflikte am J\u00fclich-klevischen Hof, S. 59).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_4A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"902\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_4A-1200x902.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-792\" srcset=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_4A-1200x902.jpg 1200w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_4A-744x559.jpg 744w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_4A-420x316.jpg 420w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_4A-768x577.jpg 768w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_4A.jpg 1449w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Als Wilhelms des V. Nachfolger, Johann Wilhelm, kinderlos verstirbt, f\u00e4llt J\u00fclich im Ergebnis an die Wittelsbacher Herz\u00f6ge von Pfalz-Neuburg, die dann in D\u00fcsseldorf residieren. Sp\u00e4testens als diese die Kurpfalz erben (1685) und ihre Residenz zun\u00e4chst nach Heidelberg (1718) und schlie\u00dflich nach Mannheim verlegen, wird das Herzogtum J\u00fclich-Berg zu einem aus der Ferne regierten&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nebenland\">Nebenland<\/a>&nbsp;und das Schloss Hambach bedeutungslos und zum Sitz einer Amtsverwaltung.<strong><br \/><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>3. Schloss und Zitadelle J\u00fclich<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"644\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5A-1200x644.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-793\" srcset=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5A-1200x644.jpg 1200w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5A-744x399.jpg 744w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5A-420x225.jpg 420w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5A-768x412.jpg 768w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5A.jpg 1260w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Kr\u00f6nender Abschluss war die abschlie\u00dfende Besichtigung der Zitadelle, deren Herzst\u00fcck ein repr\u00e4sentatives Renaissance Residenz- und Wohnschloss ist, dessen Struktur am besten von der Ostseite zu erkennen ist. Die herzoglichen Wohnr\u00e4ume im ersten Geschoss \u2013 erkennbar an den giebelgekr\u00f6nten Fenstern (vom Eckturm nach innen: Wohn- und Empfangsraum, Schlafzimmer, Bad und Toiletten (erkennbar an den Bel\u00fcftungschlitzen &#8211; keine Schie\u00dfscharten!), Kabinett mit \u00dcbergang zur Kapellenempore. Das Ganze einmal als Herren- und einmal als Damenseite.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5B.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"585\" height=\"235\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5B.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-794\" srcset=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5B.jpg 585w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_5B-420x169.jpg 420w\" sizes=\"auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das j\u00fclicher Residenzschloss bot bis zu 1000 G\u00e4sten (beengten) Raum und war somit auch f\u00fcr den Empfang des kaiserlichen Schwagers (Karl V.) geeignet. Das Gefolge des Herzogs selbst, der in der Regeln nicht mehr als 6 Wochen im Jahr in J\u00fclich verbrachte, umfa\u00dfte ca. 500 Personen. Die Besuche des Herzogs, eines begeisterten Biertrinkers, k\u00fcndigten sich in der Regel 2 Wochen vorab durch die Ankunft seiner Braumeister an.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das fr\u00fchere dritte Geschoss sowie jeweils ein Geschoss der T\u00fcrme lie\u00df Napoleon als zu gef\u00e4hrdete Artillerieziele entfernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die profanierte Schlo\u00dfkapelle besticht durch ihre Fenstergliederung, der ursp\u00fcngliche Altar befindet sich in der Pfarrkiche von Stetternich. Der Raum dient heute f\u00fcr standesamtliche Hochzeiten und als Vortragssaal f\u00fcr den J\u00fclicher Geschichtsverein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der durch moderne Bauten erg\u00e4nzte Geb\u00e4udekomplex wird als Gymnasium genutzt. Das Schuldgeb\u00e4ude ist genau \u00fcber der Stelle errichtet, wo sich die j\u00fclische und die geldrische L\u00f6\u00dfplatte ber\u00fchren. So zeichnet sich das Geb\u00e4ude durch mehrere Risse sowie eine mit durch das Geb\u00e4ude gehende Bruchstelle aus, die durch unterschiedlich schnelle Bodenabsenkungen bedingt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die m\u00e4chtigen W\u00e4lle und Bastionen der Zitadelle verlangte den Einsatz zahlreicher Arbeitskr\u00e4fte, die von der Bev\u00f6lkerung, sprich von den umliegenden Orten und D\u00f6rfern zu stellen waren \u2013 einschlie\u00dflich der erforderlichen Hilfsmittel (Schaufeln, Eimer, Karren, Tiere etc.). Dies wurde von den \u00c4mtern vor Ort erfasst und mittels Listen nach J\u00fclich gemeldet. Der Einsatz erfolgte nicht als Frondienst, sondern wurde bezahlt (allerdings aus Mitteln wie der Festungssteuer, die von der Bev\u00f6lkerung aufzubringen war), auch bestand die M\u00f6glichkeit, sich von diesem \u201eDienst\u201c freizukaufen.<a><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die 1580 als modernste und m\u00e4chtigste Festung ihrer Zeit fertiggestellte Zitadelle kapitulierte bereits im j\u00fclich-klevischen Ebfolgekrieg am 1. September 1610 nach kurzer Belagerung (seit 28. Juli 1610) aufgrund zu geringer Anzahl von Soldaten zur Verteidigung sowie unzureichender Vorr\u00e4te.<\/p>\n\n\n\n<p>Die F\u00fchrung endete im Keller- und Gew\u00f6lbeumgang mit den Aufnahmen des 1944 mit seiner Zitadelle v\u00f6llig zerst\u00f6rten J\u00fclichs.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_A6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"864\" height=\"628\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_A6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-795\" srcset=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_A6.jpg 864w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_A6-744x541.jpg 744w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_A6-420x305.jpg 420w, https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_A6-768x558.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 864px) 100vw, 864px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach einem herzlichen Dank an Guido von B\u00fcren f\u00fcr die ausgezeichnete, kenntnis- und abwechslungsreiche F\u00fchrung endete der Nachmittag in der nahe gelegenen J\u00fclicher Eisdiele, wo die Highlights noch einmal diskutiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>(FJM 20.07.2025)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"364\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bild_7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-796\" style=\"width:369px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Gem\u00e4lde \u201eDer Triumph der Maria Medici \u00fcber J\u00fclich\u201c (wikipedia gemeinfrei) von Peter Paul Rubens (Louvre) thematisiert die Eroberung durch Moritz von Oranien J\u00fclichs 1610 und ziert die Internetseite des J\u00fclicher Geschichtsvereins.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Motte Altenburg, Schloss Hambach und Zitadelle J\u00fclich<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":793,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,15],"tags":[],"class_list":["post-785","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-berichte-artikel","has_thumb"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=785"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":804,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/785\/revisions\/804"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alsdorfer-geschichtsverein.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}